Das Projekt ist abgeschlossen!

Seit September 2008 besteht eine offizielle Kooperation mit dem Tierheim CAAD Maresme in Argentona, das Tierheim des Lankreises “Maresme”, ca. 40 km nördlich von Barcelona entfernt. Das Tierheim ist unter der Leitung des Landkreises und besteht seit knapp 2 Jahren.

Katzen und Hunde, die in den umliegenden Gemeinden ausgesetzt werden, werden über die Polizei ins Tierheim eingeliefert. Im Tierheim arbeiten 3 Tierärztinnen ganztags sowie mehrere Tierpfleger und Helfer, die beim Putzen helfen und Hunde ausführen. Durch die gute personelle Struktur sind die Informationen über den Gesundheitszustand der Tiere sehr zuverlässig und die Betreuung im Tierheim gut.

Das CAAD Maresme holt auch Tiere ab und fängt sie ein, wenn sie angerufen werden, dass ein Tier auf der Strasse oder im Wald streunt oder angefahren wurde. Diese grundsätzliche Ausrichtung hört sich sehr gut an, darf aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass in diesem Tierheim - das für eine Kapazität von 180 Tieren gebaut wurde - inzwischen 250 !! Hunde aufgenommen hat.

Das Tierheim ist zum Platzen voll und immer neue Hunde müssen aufgenommen werden!! In diesem Tierheim wird nicht getötet, daher ist es so wichtig, die Tier zu vermitteln, um ihnen ein Zuhause zu bieten - aber auch um Platz für neue Tiere zu bekommen.

Alle Tiere werden bei Eintreffen von einer der Tierärztinnen untersucht, gecheckt ob ein Chip vorhanden ist, damit evtl. ein Besitzer über das Register ausfindig gemacht werden kann. Viele Tiere sind gechippt, aber der Chip wurde nie registriert - obwohl dies inzwischen auch in Spanien Pflicht ist. Die Mehrheit der Hunde und Katzen allerdings sind nicht gechippt und es wird ziemlich schnell klar, dass sie ausgesetzt wurden. Manche Tiere kommen in einem so schlechten Zustand an, man merkt sofort dass sie nicht gut gehalten wurden und nie richtige Pflege erhalten haben, oft erkennt man auch schnell, dass sie geschlagen wurden, es gibt vor allem sehr viele „ausrangierte“ Jagdhunde, da in der Umgebung Jagdgebiete existieren.

Manche Hunde im Tierheim sind in so einem schrecklich Zustand - aber das ist gottseidank selten!! Teilweise kommen die Tiere auch in einem sehr gepflegten Zustand ins Tierheim, dass sind dann meistens die „Urlaubsfälle", Hunde die überhaupt nicht verstehen wieso ihre Menschen weg sind und warum sie jetzt mit anderen Hunden im Zwinger sitzen.

Der Landkreis fördert Adoptionen und alle Tiere werden im Tierheim sterilisiert, gechippt, geimpft und entwurmt abgegeben. Sie versuchen mit Informationsständen auf eine tiergerechte Haltung hinzuweisen und die Bevölkerung zu sensibilisieren und über Sterilisation und Kastrationen bei Hunden und Katzen zu informieren. Es wird auch mit den Schulen zusammengearbeitet, um schon bei den Kindern das Bewusstsein für tiergerechte Haltung zu wecken. Im Sommer wird ist die Situation leider immer besonders schlimm, da aufgrund der Urlaubszeit eben sehr viele Tiere ausgesetzt werden, wenn die Familie in den Urlaub fährt.

Durch die Kooperation mit der Tierhilfe Odena wird versucht so auch den Hunden eine Chance zu geben, die in Spanien weniger Chancen auf Vermittlung haben. Chancenlos sind oft ruhigere Hunde, die beim Besuch eben nicht gleich auf die Leute zu rennen, aber gerade diese Hunde sind meistens sehr anpassungsfähig an ein neues Zuhause, weniger anspruchsvoll und unheimlich dankbar wenn sie merken, dass man es gut mit Ihnen meint. Der Vorteil von 2-5 jährigen Hunden ist auch, dass der Charakter besser beschrieben werden kann, denn das Alter ist kein Hindernis, sich an ein neues Zuhause zu gewöhnen. Leider werden in Spanien lieber Welpen und sehr junge Hunde adoptiert, die Leute sind dann schnell überfordert und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Welpe Ihnen das Tischbein annagt ist einfach grösser als bei einem erwachsenem Hund, Ausnahmen gibt es natürlich auch.

Es ist erstaunlich wie gut die Tierpfleger alle Hunde kennen und zu fast allen die Hintergrundgeschichte kennen. Wie z.B. Nano, der im Wald mit seinen Welpen aufgefunden wurde, die Hündin das Muttertier wurde am Baum aufgehängt. Es ist dann um so erstaunlicher, dass Nano ein friedlicher lieber Kerl ist, der freundlich auf die Menschen zugeht. Dummerweise ist er ein Mischling, dann hat er noch ein paar kleine Narben wie von Schnittwunden im Gesicht und schwupps, fällt er schon durch das Raster bei Interessenten. Wir hoffen, dass es in Deutschland Menschen gibt, die über diese Details hinwegsehen und den Hund mit seinem Charakter unter dem Fell sehen.

Schauen Sie sich doch die Tiere unter "Unsere Vierbeiner" einfach mal an!