Besuch des ETN bei AAF im Mai 2008

 

Besuchsbericht von Stefan Bröckling, Mitarbeiter des ETN von seinem mehrtägigen Aufenthalt bei der Animal Aid Foundation im Mai 2008

Animal Aid Foundation
Die Niederländer Annelies und Leen Jacobs betreiben eine Hundeauffangstation in der Nähe von Valencia. Sie können bis zu 200 Tiere und eine Handvoll Pferde unterbringen. Die ETN-Tierärztin Tatjana Heide und ich reisten an einem Mittwoch Nachmittag an. Annelies und Leen begrüßten uns freundlich und zeigten uns die komplette Anlage. Der Zustand der Hundefarm war m. E. besser als erwartet. Alle Ausläufe waren umzäunt. Es war sehr sauber. Die Hunde befanden sich innerhalb der großflächigen Ausläufe.

Um das Tierheim herumstreunende, geschweige denn, außerhalb des Tierheims untergebrachte Hunde, gab es nicht. Alle Tiere waren nach Geschlechtern getrennt. Ungewollter Nachwuchs wird so verhindert. Welpen gab es nur wenige. Es handelte sich jedoch um elternlose Jungtiere, die die Jacobs aufgenommen hatten (insgesamt 8 oder 9).

Frau Jacobs zeigte uns ihre Futtervorräte für etwa 1 Woche, der allerdings noch nicht bezahlt war. In einem Rudel befanden sich 65 - 70 große Hunde. Alle hatten ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Wenn Annelies oder Leen Jacobs in das Rudel gingen, sprangen viele Hunde an ihnen hoch und freuten sich. Nicht ein Tier hatte vor Leen Angst, wie es im Web teilweise geschildert wurde. Auch in den kleineren Rudeln war das nicht anders. Etwa 150 Hunde befanden sich zum Zeitpunkt unseres Besuchs dort.

Mit der Reinigung der Ausläufe war Leen fast fertig. Doch auch in dem noch nicht gereinigten Bereichen war nur Kot in akzeptabler Menge zu sehen. Von einer regelmäßigen Säuberung kann ausgegangen werden. Es gab ein weiteres Rudel mit etwa 15 - 20 Hunden, die an Räude erkrankt waren. Nur eines der Tiere schien in keinem guten Zustand zu sein. Alle anderen befanden sich bereits auf dem Wege der Besserung. Auch sie hatten einen großen Auslauf.

Leen Jacobs hatte während unseres Aufenthaltes insgesamt 2 Dosen Bier abends in meiner Anwesenheit getrunken. Das tun andere Menschen auch. Der Vorwurf, er wäre Alkoholiker, ist völlig aus der Luft gegriffen. Wir waren teilweise mehr als 12 Stunden am Tag mit den Jacobs zusammen. Da hätte etwas auffallen müssen.

Am Nachmittag des 3. Tages konnte mit Hilfe zweier spanischer Tierärzte mit den Vorbereitungen für den Hundetransport begonnen werden. Gemeinsam konnten wir 50 Hunden Blut abnehmen, sie chippen und impfen sowie sie für die Unterlagen fotografieren. Frau Heide und Annelies Jacobs kümmerten sich um den Papierkram, die beiden spanischen Tierärzte um die medizinischen Belange, Leen brachte die Hunde und ich hielt sie während der Behandlung fest und machte anschließend je zwei Fotos mit unterschiedlichen Kameras. Einige der Hunde konnte ich nicht ausreichend fixieren. Sie waren zu nervös oder zu ängstlich. Dann schaffte nur Leen Jacobs es, die Tiere ruhig zu stellen. Kraft musste er dafür nicht aufwenden. Vielmehr strahlte er eine solche Ruhe aus, dass die Tiere still hielten.

Am Tag darauf konnten weitere 50 Hunde "abgefertigt" werden. Die vier oder fünf Pferde machten ebenfalls einen guten Eindruck. Die Ausläufe waren großflächig und sauber. Während der Mittagshitze waren die Tiere in den Ställen, um sie vor der Sonne zu schützen. Annelies und Leen Jacobs haben ihr Leben den spanischen Tieren gewidmet. Es sind herzensgute und schwer arbeitende Menschen. Sie tun alles für ihre Tiere und leben dabei selbst in einfachsten Verhältnissen (Gartenhäuschen, Wohnwagen).

Das zu dem Gelände gehörende Wohnhaus ist noch nicht bezugsfertig. Zwinger- oder Einzelhaltung gab es bis auf eine Ausnahme (ein bissiger Hund) gar nicht. Auch wenn ich noch nicht so viele südeuropäische Tierheime/Auffanglager besuchen konnte, war die Einrichtung der AAF mit Abstand das Projekt, dass m. E. dem Tierschutzgedanken am nächsten kommt.

(Vielen Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung!)